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Ruheorte. Hörorte.

Ruheorte. Hörorte. Akustische Qualität im Limmattal

Ein Modellvorhaben für nachhaltige Raumentwicklung 2020-2024

Temporäre Klanginstallation: Wasserschleier auf der Brücke über die Reppisch.

Voraussichtliche Betriebsdauer: Mai bis einschließlich Oktober 2022

Konzept:

Ein in der Intensität modulierter Wasserschleier teilt die Brücke mittig längs, damit man diesen beidseitig begehen kann.

Ist der Wasserschleier geschlossen, wird man eingehüllt in das feine Rauschen des geschlossenen Wasserfilms erinnernd an das Geräusch der Meeresbrandung an einem flachen Sandstrand. Die vertikale geschlossene Wasserfläche schirmt sämtliche Ferngeräusche aus dieser Richtung ab. Wenn der Schleier durch Wind oder Abschaltung aufreißt, wird diese Abschirmung plötzlich durchbrochen und man nimmt den nahen und fernen Raum auf der anderen Seite des Schleiers wahr. Befinden sich Horcher auf beiden Seiten des Wasserschleiers, sind diese je nach Geschlossenheit des Schleiers getrennt oder akustisch und optisch verbunden.

Das Wasser wird von einem feinen aber robusten Ringgeflecht aus Edelstahl geführt. Im Bereich des Ringgeflechtes bildet sich ein fein rauschender Wasserfilm mit waagrechten Wellenbergen, welche sich stetig modulierend nach unten bewegen. Das Ringgeflecht besteht aus einzeln verschweißten Edelstahlringen mit einem Ø von 12mm.

Der Wasserschleier wird von 2 Computer-gesteuerten Pumpen gespeist, welche sich im Bachbett der Reppisch befinden. Das komplexe Steuerprogramm wird über einige Zufallsgeneratoren so moduliert, dass der Wasserschleier einen wiedererkennbaren Grundcharakter erhält, sich jedoch die entstehenden Fließbilder unvorhersehbar in Zeit, Richtung und Intensität leicht verändern. Je nachdem welcher Taster zuletzt gedrückt wurde, kommt die Hauptwassermenge entweder von links oder von rechts in Intervallen zwischen 6 und 13 Sekunden. Wenn kein Mensch den Taster betätigt, macht dies die Steuerung alle 5-8 Minuten. Der Wasserschwall zeichnet das Wellenbild diagonal über die ganze Breite des Wasserschleiers. Dadurch bewegt sich das feine Rauschen des Schleiers und der Klang der fallenden Tropfen von einer Seite zur anderen.

 Konstruktion:

Der Brückenbelag besteht aus Gitter-Rosten. darauf wird im mittleren Bereich der Brücke in Längsrichtung temporär ein Wasserschleier aufgestellt. Höhe = 2.8m, Breite = 6m Wasserschleier, mit Haltekonstruktion 7m. Der Wasserschleier ist von beiden Seiten begehbar. Am Anfang und am Ende des Wasserschleiers ist an der Haltekonstruktion ein Taster angebracht, an dem die Besucher den Wasserschleier temporär abschalten können. Das Wasser zur Versorgung des Wasserschleiers wird der Reppisch unter der Brücke entnommen und fällt wieder in den Bach zurück, durch diesen Kreislauf wird der Reppisch weder Wasser entnommen noch hinzugefügt.

Der Wasserschleier wird durch ein horizontales hochkant stehendes Rechteckrohr 100x200mm gebildet.

Dieses wird getragen durch 2 vertikale Quadratrohre, welche auch das Wasser zuleiten und in der Brückenunterkonstruktion verankert sind. Damit diese die Gitter-roste des Brückenbelags durchdringen können, werden im Bereich der Vertikalrohre Sonder-Roste eingesetzt. Auf diese Weise ist ein möglicher Rückbau unproblematisch.


 

Verkehr:

Die Brücke ist im Normalfall für Fahrradfahrer und Fußgänger gemeinsam nutzbar. Die Brücke wird am Anfang mittig durch einen Pfosten geteilt. rechts und links vom Pfosten haben wir eine Durchgangsbreite von ca. 1,5m.

Der Wasserschleier hat damit ebenfalls beidseitig eine lichte Durchgangsbreite von gut anderthalb Metern. Einerseits stellt das eine Engstelle dar und andererseits muss mit Besuchern gerechnet werden, welche in Interaktion mit dem Wasserschleier treten.
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Fakten

Kunst, Konzept:
Andres Bosshard
Nachhaltige Raumentwicklung
2020-2024
Künstlerisch-technische Umsetzung:
Metallatelier GmbH